Die F. M.
Alexandertechnik
Wie gehen wir
mit uns selbst um?
Alexandertechnik ist die Methode des guten Selbstgebrauchs. Sie fragt danach, wie wir
unseren Körper und unser Denken gebrauchen, während wir unseren persönlichen Alltagstätigkeiten
nachgehen: bewegen, stehen, gehen, sitzen, arbeiten.
Beschwerden durch gewohnheitsmäßigen ungünstigen Selbstgebrauch
Es gibt vielerlei ungünstige, meist unbewusste Gewohnheiten, mit denen wir unseren
Organismus belasten und schädigen können. Wir haben uns im Lauf der Zeit vielleicht eine schlechte
Haltung oder unzweckmäßige Bewegungsabläufe angewöhnt. Wir arbeiten oft mit zu viel Druck und
Anspannung, die sich im Organismus niederschlagen. Hieraus können vielfältige Beschwerdebilder
entstehen. Ich nenne hier nur die am weitesten verbreiteten: Rückenschmerzen, HWS-Syndrom,
Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Tinnitus, innere Unruhe und Anspannung.
Die alten Gewohnheiten verlernen
Durch Erklärungen und behutsame manuelle Korrekturen des Lehrers können die ungünstigen
Gewohnheiten erkannt und schrittweise abgelegt werden. Der Körper richtet sich auf und erinnert
sich wieder an seine natürliche Leichtigkeit und Freiheit. Die Qualität der Bewegungen verbessert
sich. Hierbei kommt dem Aufrichten und dem Ausbalancieren von Rücken, Hals und Kopf eine
Schlüsselfunktion zu.
Wie Sie von der Alexandertechnik profitieren können
Im Verlauf des Unterrichts verfeinern sich das Körpergefühl, das Gespür für unguten
Körpereinsatz sowie generell der Kontakt zu sich selbst. Zunehmend gewinnt man die Fähigkeit, vor
dem Handeln rechtzeitig innezuhalten und seine Reaktionen bewusst zu steuern. Und zunehmend wird
guter Körpereinsatz gleichbedeutend mit geistiger Wachheit, Selbst-Bewusstsein, Präsenz und
Wahlfreiheit gegenüber den Herausforderungen des Alltags.
Obwohl keine medizinische Therapie, stellt die Alexandertechnik ein wirksames Werkzeug dar,
um eigenverantwortlich vielfältigen körperlichen Beschwerden entgegenzuwirken. Sie kann eingesetzt
werden, um die Qualität sportlicher oder künstlerischer Leistungen zu verbessern. Sie ist auch
geeignet, um an den inneren Reaktionen in Stresssituationen (Nervosität, Lampenfieber) zu
arbeiten.
Schließlich soll noch erwähnt werden, dass das Erlernen der Alexandertechnik häufig mit
einem deutlichen und nachhaltigen Wohlfühlen einhergeht.
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© 2008 The Society of Teachers of the Alexander
Technique, London
Frederick Matthias Alexander (1879 - 1955), geboren in Australien, begann seine berufliche Karriere
als Schauspieler. Auftretende Stimmschwierigkeiten, die keine organische Ursache hatten, führten
ihn zu der Entdeckung, dass er durch die Art, wie er seine Stimme "gebrauchte", seine
Schwierigkeiten selbst verusachte. Diese Entdeckung stand am Beginn der Arbeit, die später nach ihm
benannt wurde.
Warum habe ich noch nie etwas von der Alexandertechnik gehört?
F.M. Alexander entwickelte seine Technik in den Grundzügen in Australien. Im Jahre 1904,
fünfünddreißig Jahre alt, ging er nach London, wo sich seine Arbeit rasch verbreitete. In den
1920-er Jahren wurden seine Entdeckungen auch in Deutschland diskutiert. Seit 1931 begann
Alexander, Lehrer für seine Arbeit auszubilden. In der NS-Zeit gab es keinen Raum für diese Arbeit
und keine deutschen Teilnehmer an seinem Ausbildungsgang. Die erste deutsche
Lehrer-Ausbildungsklasse entstand 1979, und eine nennenswerte Anzahl deutscher Alexander-Lehrer
gibt es eigentlich erst seit wenigen Jahren. Daher hatte die AT bislang auch wenig Chancen, im
deutschen Gesundheitssystem Fuß zu fassen. Dies ist z.B. in England oder auch in der Schweiz
vollkommen anders.
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